DTZ A2–B1 ca. 16 Minuten Mit Beispiel-Dialog

DTZ mündliche Prüfung
Ablauf, Themen und was du wirklich sagen kannst

Die Sprechprüfung entscheidet im Deutsch-Test für Zuwanderer über dein B1-Zertifikat. Die gute Nachricht: Sie ist vorhersehbar. Drei Teile, immer dieselbe Reihenfolge, immer Alltagsthemen. Wer die Abläufe einmal laut geübt hat, geht deutlich ruhiger in den Raum.

Zwei Teilnehmende sprechen in der mündlichen DTZ-Prüfung miteinander, zwei Prüfende hören zu

Kurz beantwortet

So läuft die mündliche DTZ-Prüfung ab

  • Dauer und Form: etwa 16 Minuten, meistens zu zweit mit einem anderen Teilnehmenden. Zwei Prüfende: eine Person führt das Gespräch, die andere bewertet. Es gibt keine Vorbereitungszeit.
  • Teil 1 (ca. 3 Min.): Du stellst dich vor und beantwortest Nachfragen.
  • Teil 2 (ca. 6 Min.): Du beschreibst ein Foto und erzählst von eigenen Erfahrungen zum Thema.
  • Teil 3 (ca. 6 Min.): Du planst mit deinem Partner etwas Gemeinsames, zum Beispiel ein Fest oder einen Ausflug.
  • Warum Sprechen so wichtig ist: Für das Gesamtergebnis B1 brauchst du B1 im Sprechen und zusätzlich B1 in Hören/Lesen oder im Schreiben.

1. Die drei Teile im Überblick

Teil 1 · ca. 3 Min.

Sich vorstellen

Name, Herkunft, Wohnort, Familie, Beruf, Sprachen. Danach fragen die Prüfenden nach, zum Beispiel: „Was möchten Sie in Zukunft beruflich machen?“

Teil 2 · ca. 6 Min.

Über Erfahrungen sprechen

Jede Person bekommt ein Foto. Du beschreibst es kurz und erzählst dann, wie das bei dir ist oder in deinem Herkunftsland war.

Teil 3 · ca. 6 Min.

Gemeinsam etwas planen

Ihr bekommt eine Aufgabe mit Stichpunkten: wann, wo, was mitbringen, wer macht was. Ihr sollt zu einer gemeinsamen Lösung kommen.

Übersicht: die drei Teile der mündlichen DTZ-Prüfung mit Dauer und Aufgabe

2. Teil 1: Sich vorstellen, aber nicht auswendig herunterrasseln

Fast alle lernen Teil 1 auswendig. Das ist in Ordnung, solange du danach auf Fragen reagieren kannst. Die Prüfenden hören genau hin, ob du nur einen Text abspielst oder wirklich sprichst. Der Unterschied zwischen A2 und B1 liegt selten in schwierigen Wörtern, sondern in Begründungen, Zeitangaben und Verbindungen.

Beispiel auf A2-Niveau

Ich heiße Amina. Ich komme aus Syrien. Ich wohne in Kassel. Ich habe zwei Kinder. Ich war Schneiderin. Jetzt mache ich den Integrationskurs.

Dieselbe Person auf B1-Niveau

Ich heiße Amina und komme aus Aleppo in Syrien. Seit zwei Jahren wohne ich mit meinem Mann und unseren zwei Kindern in Kassel. In Syrien habe ich als Schneiderin gearbeitet, das hat mir sehr gefallen. Deshalb möchte ich hier gern eine Ausbildung im Bereich Mode oder Textil machen. Zurzeit besuche ich den Integrationskurs, weil ich besser Deutsch sprechen möchte.

Was den Unterschied macht: „seit zwei Jahren“, „deshalb“, „weil“, eine Vergangenheitsform („habe gearbeitet“) und ein Wunsch für die Zukunft. Diese fünf Bausteine kannst du in jede Vorstellung einbauen.

Typische Nachfragen, auf die du eine Antwort parat haben solltest:

  • „Warum lernen Sie Deutsch?“
  • „Was machen Sie gern in Ihrer Freizeit?“
  • „Wie gefällt Ihnen die Stadt, in der Sie wohnen?“
  • „Was möchten Sie in Zukunft beruflich machen?“

3. Teil 2: Foto beschreiben und von dir erzählen

Teil 2 hat zwei Schritte. Erst beschreibst du in wenigen Sätzen, was du auf dem Foto siehst. Dann kommt der wichtigere Teil: Du erzählst, wie das bei dir ist. Die Prüfenden fragen nach, und dein Partner kann ebenfalls Fragen stellen.

Prüferin: Was sehen Sie auf Ihrem Foto?

Du: Auf dem Foto sehe ich eine Familie beim Einkaufen im Supermarkt. Die Mutter hält eine Einkaufsliste in der Hand, und das Kind legt Obst in den Wagen. Ich glaube, sie kaufen für das Wochenende ein.

Prüferin: Wie ist das bei Ihnen?

Du: Bei uns kaufe meistens ich ein, am Samstag, weil ich dann Zeit habe. In meinem Heimatland bin ich fast jeden Tag auf den Markt gegangen. Hier kaufe ich lieber einmal pro Woche ein, weil der Supermarkt weit weg ist.

Satzbausteine für das Foto: „Auf dem Foto sehe ich …“ · „Im Vordergrund / Im Hintergrund …“ · „Ich glaube, die Personen …“ · „Es sieht so aus, als ob …“

Satzbausteine für deine Erfahrung: „Bei mir ist das ähnlich / ganz anders, weil …“ · „In meinem Heimatland war es üblich, dass …“ · „Ich erinnere mich, als ich …“

4. Teil 3: Gemeinsam planen, mit komplettem Beispiel

Teil 3 ist der Teil, in dem viele Punkte verloren gehen. Nicht weil die Sprache fehlt, sondern weil beide Personen abwechselnd Monologe halten. Die Aufgabe heißt aber gemeinsam planen: Vorschlag, Reaktion, Gegenvorschlag, Einigung.

Zwei Kursteilnehmende planen gemeinsam ein Abschiedsfest, auf dem Tisch liegt eine Aufgabenkarte mit Stichpunkten

Beispielaufgabe: Eure Kursleiterin hört nächste Woche auf. Plant zusammen ein kleines Abschiedsfest. Stichpunkte: Wann? Wo? Essen und Getränke? Geschenk? Wer macht was?

A: Wann wollen wir das Fest machen? Ich schlage Freitag nach dem Unterricht vor.

B: Freitag ist gut, aber ich muss um eins zur Arbeit. Wie wäre es mit Donnerstag?

A: Einverstanden, dann machen wir es am Donnerstag. Und wo? Im Kursraum?

B: Ja, das ist am einfachsten. Wir müssen aber vorher fragen, ob wir den Raum länger haben dürfen.

A: Das mache ich. Was meinst du, sollen alle etwas zu essen mitbringen?

B: Gute Idee. Jeder bringt etwas aus seinem Land mit. Ich backe einen Kuchen.

A: Super. Und das Geschenk? Vielleicht Blumen?

B: Blumen sind schön, aber ich finde ein Buch persönlicher. Wir könnten alle etwas hineinschreiben.

A: Das gefällt mir. Dann sammle ich morgen fünf Euro pro Person und kaufe das Buch.

B: Perfekt. Also: Donnerstag im Kursraum, alle bringen Essen mit, ich backe, du kümmerst dich um Raum und Geschenk.

Warum das funktioniert: Jede Person schlägt vor, reagiert, widerspricht einmal höflich und übernimmt eine Aufgabe. Am Ende fasst B zusammen. Genau diese Bewegung wollen die Prüfenden hören.

Häufige Themen für Teil 3: Abschiedsfest oder Geburtstag im Kurs, Ausflug mit dem Kurs, Geschenk für eine Kollegin, Nachbarn beim Umzug helfen, kranke Kursteilnehmerin besuchen, Sommerfest im Haus, gemeinsam zum Flohmarkt gehen. Sechs davon mit fertigem Dialog findest du im Guide DTZ Teil 3: Themen und Dialoge.

Satzbausteine:

  • Vorschlagen: „Ich schlage vor, dass wir …“ · „Wie wäre es mit …?“ · „Wir könnten …“
  • Zustimmen: „Gute Idee.“ · „Einverstanden.“ · „Das finde ich auch.“
  • Höflich widersprechen: „Das ist eine gute Idee, aber …“ · „Ich bin nicht sicher, ob …“
  • Aufgaben verteilen: „Kümmerst du dich um …? Dann mache ich …“
  • Zusammenfassen: „Also, wir machen …“

5. Wenn ein Wort fehlt oder der Kopf leer ist

Schweigen kostet mehr als ein einfacher Ersatzsatz. Diese Formeln helfen, im Gespräch zu bleiben:

  • „Wie sagt man noch mal … ? Ich meine das Ding, mit dem man …“
  • „Entschuldigung, können Sie die Frage bitte wiederholen?“
  • „Einen Moment, ich überlege kurz.“
  • „Meinst du, dass …?“ (wenn du den Partner nicht sicher verstanden hast)

6. Worauf die Prüfenden achten

Was bewertet wirdWas gut klingtWas Punkte kostet
Aufgabe erfülltAlle Stichpunkte der Karte werden besprochen.Ein Punkt wird vergessen, zum Beispiel „Wer macht was?“.
GesprächDu reagierst auf deinen Partner und fragst nach.Zwei Monologe nacheinander.
WortschatzAlltagswörter und Wendungen wie „einverstanden“, „ich schlage vor“.Immer nur „gut“ und „schlecht“.
GrammatikVerb an Position 2, Nebensatz mit „weil“ und „dass“ mit Verb am Ende.Infinitive ohne Konjugation („Ich gestern gehen Markt“).
AusspracheVerständlich, auch mit Akzent.So leise oder schnell, dass man nachfragen muss.

Die verbindlichen Bewertungskriterien und Modelltests veröffentlicht die telc gGmbH bzw. g.a.s.t. im Auftrag des BAMF. Offizielle Informationen: BAMF: Abschlussprüfung im Integrationskurs.

7. Mini-Selbsttest

Dein Partner sagt in Teil 3 nichts. Was sagst du?

„Was meinst du dazu? Hast du eine Idee für das Geschenk?“ So bringst du das Gespräch wieder in Gang.

Mach aus „Ich wohne in Köln“ einen B1-Satz.

„Seit einem Jahr wohne ich in Köln, weil mein Mann hier eine Arbeit gefunden hat.“

Du bist mit dem Vorschlag nicht einverstanden. Wie widersprichst du höflich?

„Das ist eine gute Idee, aber ich glaube, am Samstag haben viele keine Zeit. Wie wäre es mit Freitag?“

Häufige Fragen

Fragen zur DTZ-Sprechprüfung

Wie läuft die mündliche DTZ-Prüfung ab?

Die mündliche Prüfung dauert etwa 16 Minuten und ist meistens eine Paarprüfung: zwei Teilnehmende, zwei Prüfende. Es gibt keine Vorbereitungszeit. Teil 1: sich vorstellen. Teil 2: ein Foto beschreiben und über eigene Erfahrungen sprechen. Teil 3: gemeinsam mit dem Partner etwas planen.

Brauche ich für das B1-Zertifikat im DTZ unbedingt B1 im Sprechen?

Ja. Das Gesamtergebnis B1 bekommt, wer im Sprechen B1 erreicht und zusätzlich B1 in einem der beiden anderen Bereiche: Hören und Lesen zusammen oder Schreiben. Ein sehr gutes Ergebnis im Schreiben ersetzt ein A2 im Sprechen nicht.

Welche Themen kommen in Teil 3 der DTZ-Sprechprüfung?

Typisch sind Alltagsplanungen: ein Abschiedsfest für die Kursleiterin, ein Ausflug mit dem Kurs, ein Geschenk für eine Kollegin, einem Nachbarn beim Umzug helfen oder einen kranken Kursteilnehmer besuchen. Ihr klärt gemeinsam wann, wo, wer was macht und was es kostet.

Was mache ich, wenn mein Partner kaum spricht oder alles bestimmt?

Jede Person wird einzeln bewertet. Spricht dein Partner wenig, lade ihn ein: „Was meinst du dazu?“ Dominiert er, steig höflich ein: „Darf ich kurz etwas ergänzen?“ Beides zeigt, dass du ein Gespräch führen kannst.

Übe die drei Teile laut, bevor es ernst wird

Das kostenlose DTZ-Sprechtraining führt dich durch Vorstellen, Nachfragen, Meinung und gemeinsames Planen. Danach kannst du als Gast ohne Anmeldung mit dem Tutor weitersprechen.

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