DTZ Hören und Lesen üben
Strategien für jeden Aufgabentyp, mit Übungen und Lösungen
Im DTZ hörst du etwa 25 Minuten lang Alltagstexte und liest danach 45 Minuten lang Anzeigen, Aushänge und Briefe. Du musst dabei nichts formulieren, nur die richtige Information finden. Genau das lässt sich trainieren: Wer weiß, wonach jede Aufgabe fragt, hört und liest gezielter und verliert keine Zeit.
Kurz beantwortet
So bestehst du Hören und Lesen im DTZ
- Erst die Aufgabe, dann der Text: Lies vor jedem Hörtext die Frage und markiere das Fragewort: wann, wo, wie viel, warum.
- Nach Details hören: Zahlen, Uhrzeiten, Wochentage, Gleisnummern und Gründe entscheiden fast jede Hörfrage.
- Vorsicht bei Korrekturen: „Nicht um acht, sondern um halb neun“ ist die typische Falle. Die letzte Information gilt.
- Beim Lesen nicht alles lesen: Erst die Aufgaben, dann den Text nach den Schlüsselwörtern absuchen.
- Nichts leer lassen: Für eine falsche Antwort gibt es keinen Abzug. Wenn die Zeit knapp wird, kreuze trotzdem an.
1. Wie Hören und Lesen im DTZ aufgebaut sind
Beide Teile prüfen, ob du im Alltag die wichtigen Informationen verstehst. Die Aufgaben steigen vom einfachen A2-Niveau zu B1 an. Für das Ergebnis werden Hören und Lesen gemeinsam bewertet.
Ansagen, Telefon, Radio, Gespräche
Durchsagen am Bahnhof oder im Supermarkt, Nachrichten auf der Mailbox, kurze Radiomeldungen und Meinungen zu einem Alltagsthema.
Wegweiser, Anzeigen, Briefe, Texte
Informationstafeln und Verzeichnisse, Kleinanzeigen zuordnen, Briefe und Mitteilungen von Ämtern, Schulen oder Vermietern verstehen.
Gemeinsam gewertet
Für B1 insgesamt brauchst du B1 im Sprechen und zusätzlich B1 in Hören/Lesen oder im Schreiben.
Zeitplan für das Lesen: 45 Minuten klingen viel, aber die Texte werden länger. Plane grob 10 Minuten für die kurzen Aufgaben am Anfang, 25 Minuten für die Anzeigen und Briefe und 10 Minuten Reserve, um Lücken zu füllen und auf den Antwortbogen zu übertragen.
2. Strategien für das Hören
- Vor dem Hören erwarten: Bei „Wann fährt der Zug?“ wartest du auf eine Uhrzeit, bei „Was soll Herr Ali mitbringen?“ auf eine Sache. Du hörst gezielter, wenn du weißt, was kommen muss.
- Synonyme einplanen: In der Aufgabe steht „Arzttermin“, im Hörtext sagt jemand „Ich muss zu Dr. Weber“. Die Antwort klingt fast nie wortgleich.
- Falsche Fährten erkennen: Oft werden zwei oder drei Zeiten, Orte oder Preise genannt. Nur eine beantwortet die Frage.
- Nicht hängen bleiben: Hast du eine Antwort verpasst, kreuze die wahrscheinlichste an und konzentriere dich sofort auf die nächste Frage.
3. Übungen zum Hören (Transkripte)
Lass dir die Texte von jemandem vorlesen oder lies sie einmal laut und decke sie danach ab. Beantworte die Frage, ohne noch einmal hinzusehen.
Übung 1: Durchsage am Bahnhof
Frage: Von welchem Gleis fährt der Zug nach Hannover? a) Gleis 4 · b) Gleis 7 · c) Gleis 12
Lösung: b) Gleis 7. Gleis 4 ist der Ort der Durchsage, „12“ steckt in der Uhrzeit. Das Signalwort ist „ausnahmsweise“.
Übung 2: Nachricht auf der Mailbox
Frage: Was soll Frau Nowak tun? a) Am Donnerstag in die Praxis kommen · b) In der Praxis anrufen · c) Am Freitag um neun Uhr kommen
Lösung: b). Der Termin am Donnerstag fällt aus, der Freitag ist nur ein Angebot. „Rufen Sie uns kurz zurück“ ist die Bitte.
Übung 3: Radiomeldung
Frage: Richtig oder falsch? „Am Sonntagabend ist die Bahnhofstraße gesperrt.“
Lösung: Falsch. Die Sperrung endet am Sonntagmittag.
Übung 4: Meinung zu einem Alltagsthema
Frage: Was meint die Person? a) Handys sollten in der Schule ganz verboten sein · b) Handys sind erlaubt, aber nicht im Unterricht · c) Handys sind auch im Unterricht wichtig
Lösung: b). Achte auf „Aber“: Danach kommt die Einschränkung, die die Meinung genau macht.
4. Strategien für das Lesen
- Aufgaben zuerst: Lies die Situationen oder Fragen, unterstreiche Schlüsselwörter, dann suche im Text.
- Selektiv lesen: Bei Anzeigen und Verzeichnissen musst du nicht jeden Satz verstehen. Du suchst Ort, Zeit, Preis und Bedingung.
- Bedingungen prüfen: „Nur samstags“, „ab 18 Jahren“, „mit Termin“ machen aus einer fast passenden Anzeige eine falsche.
- „Keine passende Anzeige“ ernst nehmen: Wenn eine Aufgabe diese Möglichkeit anbietet, gibt es meist auch einen Fall, in dem sie stimmt.
- Bei Briefen den Zweck suchen: Was will der Absender? Eine Information, eine Bitte, eine Frist? Die Antwort steht oft im ersten oder letzten Absatz.
5. Übungen zum Lesen
Übung 5: Wegweiser im Bürgeramt
| Etage | Abteilung |
|---|---|
| EG | Information · Fundbüro · Kasse |
| 1. OG | Meldeangelegenheiten (An- und Ummeldung) · Personalausweis und Reisepass |
| 2. OG | Kfz-Zulassung · Führerscheinstelle |
| 3. OG | Wohngeld · Elterngeld |
Frage: Sie sind umgezogen und möchten Ihre neue Adresse melden. Wohin gehen Sie? a) EG · b) 1. OG · c) 3. OG
Lösung: b) 1. OG, „Ummeldung“. „Wohngeld“ im 3. OG hat zwar mit Wohnen zu tun, passt aber nicht zur Aufgabe.
Übung 6: Anzeigen zuordnen
Situation: Fatma arbeitet tagsüber und möchte nach der Arbeit ihr Deutsch verbessern. Welche Anzeige passt?
Lösung: A. „Nach der Arbeit“ passt zu „am Abend“. B und C sind Angebote für Kinder.
Übung 7: Brief vom Vermieter
Frage: Richtig oder falsch? „Wer am 14. Oktober nicht zu Hause ist, muss nichts tun.“
Lösung: Falsch. Man soll den Schlüssel abgeben oder sich bis zum 10. Oktober melden.
Übung 8: Kurze Mitteilung der Kita
Frage: Was ist am Freitag anders? a) Es gibt kein Mittagessen · b) Die Kita schließt früher · c) Die Kita ist geschlossen
Lösung: b). „Wie gewohnt“ heißt: Das Mittagessen bleibt wie immer.
6. Die fünf häufigsten Fehler
- Das erste passende Wort ankreuzen. Im Hörtext kommt die richtige Information oft erst nach einer Korrektur.
- Jedes Wort verstehen wollen. Das kostet beim Lesen die Zeit, die für die langen Texte am Ende fehlt.
- Bedingungen überlesen: „nur“, „ab“, „außer“, „bis“ verändern die Antwort.
- Antworten nicht übertragen. Plane Zeit für den Antwortbogen ein.
- Lücken lassen. Eine geratene Antwort kann stimmen, eine leere nie.
7. Kostenlos weiter üben
Mit einem vollständigen Modelltest übst du Zeitdruck und Antwortbogen unter echten Bedingungen. Die offiziellen Informationen zur Abschlussprüfung findest du beim BAMF; der Test selbst wurde von der g.a.s.t. entwickelt. Für den Alltagswortschatz hinter den Aufgaben, also Termine, Ämter, Wohnung und Arbeit, ist ein tägliches kurzes Training wirksamer als ein langer Lerntag pro Woche.
Unterschied zu telc B1 und Goethe B1, und ob es die B1-Prüfung online gibt, erklärt unser Vergleich DTZ, telc und Goethe.
Häufige Fragen
Fragen zu Hören und Lesen im DTZ
Wie lange dauern Hören und Lesen im DTZ?
Das Hören dauert etwa 25 Minuten, das Lesen 45 Minuten. Beide Teile gehören zum schriftlichen Prüfungsteil, der zusammen mit dem Schreiben rund 100 Minuten dauert. Hören und Lesen werden für das Ergebnis gemeinsam bewertet.
Wie oft höre ich die Texte im DTZ?
Das hängt vom Aufgabenteil ab: Manche Texte hörst du einmal, andere zweimal. Die Anweisung vor jedem Teil sagt es dir. Übe deshalb so, als ob du jeden Text nur einmal hörst, und lies die Aufgaben vor dem Hören.
Kann ich DTZ Hören und Lesen kostenlos online üben?
Ja. Das BAMF und die telc gGmbH stellen Modelltests bereit, und dieser Guide enthält eigene Übungen mit Lösungen. Eine offizielle Online-Prüfung von zu Hause gibt es aber nicht: Der DTZ findet in einem Prüfungszentrum statt.
Brauche ich B1 in Hören und Lesen, um B1 zu bekommen?
Nicht unbedingt. Für das Gesamtergebnis B1 brauchst du B1 im Sprechen und zusätzlich B1 entweder in Hören/Lesen oder im Schreiben. Gute Ergebnisse in Hören und Lesen sind trotzdem eine sichere zweite Säule, weil du hier nicht formulieren musst, sondern verstehen.
Den Alltagswortschatz für den DTZ täglich trainieren
Der DTZ-Bereich bündelt Ablauf, Bewertung und kostenlose Trainer. In der App wiederholst du Wörter zu Terminen, Ämtern und Wohnung genau dann, wenn du sie sonst vergessen würdest.
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